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Gangpferde ausbilden - Sattel auflegen bei Supernova

Julia´s & Mario´s Welt der Gangpferde geht weiter mit dem nächsten Jungpferd bei dem die Vorbereitung zum Beritt startet: Supernova


Zum Umgang mit Jungpferden gehören auch Rückschritte. Auch davon will ich mal erzählen, denn das ist ganz normal. Pferde sind auch nur Menschen.

Im Winter durfte Supernova mit seinen Kumpels noch Wildpferd sein und die Tage mit Toben verbringen und dann folgte für ihn ein hartes Frühjahr: Erst zogen alle seine Kumpels aus mit denen er täglich reichlich spielen konnte, dann die Kastration am Stall mit längerer Paddockzeit in bis dahin unbekannter Einzelhaft. Die Mischung aus Vertrauensverlust, Energiestau, Frühjahr mit noch vollem Testosteron und wenig Zeit für ihn, war nicht die optimale Kombination. Und so war er zunächst entgegen seinem Wesen, bei einem Spaziergang unachtsam und frech.


Wichtig ist bei jungen Pferden nicht, keine Fehler zu machen, sondern, wenn etwas nicht so funktioniert wie erhofft, dass man sich und dem Pferd keine Vorwürfe macht, sondern sachlich Gründe hinterfragt, passende Trainingsschritte überlegt und positiv gegenüber dem Pferd bleibt. Also einen Schritt zurück und so haben wir 2-3 Einheiten eingelegt, in denen wir das ruhige, rücksichtsvolle Gehen am Strick in allen Lebenslagen geübt haben und dass man (verständlichen) Frust nicht am und mit dem Menschen ausleben kann. Hier kann ich neben Konsequenz, Mischung aus Gehorsam, Vertrauensaufbau und gemeinsamer positiver Erlebnisse, das Rückwärtsrichten beim Führen empfehlen. Das Rückwärtsrichten ist für junge Gangpferde aber vor allem auch für junge Hengste - oder solche, die denken sie wären noch Hengste - also generell Pferde, die sich (noch) leicht ablenken lassen, ein wichtiges Instrument, um die Aufmerksamkeit stark auf den Menschen zu richten und das Zurückweichen empfindet das Pferd auch als Geste des Respekts.


Man sieht gut, wie perfekt Supernova das nach den wenigen Einheiten macht. Heute wegen Regen auch nach einigen Tagen ohne Austoben und mit etwas Standgas. Genau das soll ja auch gelernt werden: Standgas hat an der Hand und unter dem Reiter nichts zu suchen und das Pferd kann und soll lernen, das zu beherrschen bis es auf der Weide ausgetobt werden darf.


Das Sattelauflegen haben wir heute zum zweiten Mal gemacht, wobei das erste Mal auch wieder einige Wochen her ist. Nachdem er das entspannt mitgemacht und gezeigt hat, dass er trotz Pause auch sonst nichts vergessen hat, konnte ich auch das erste Mal in einen Steigbügel steigen, um erstmals Gewicht auf den Sattel zu bringen. Das konnten wir zwar nicht mehr filmen, da wir beide Hände und Aufmerksamkeit voll beim Pferd haben wollten aber auch hier fand er es die ersten zwei Male noch komisch aber beim dritten Mal war auch das OK.

Der beste Moment, um für heute aufzuhören und die Arbeit mit einem Glücksmoment auf dem Koppelgrün zu beenden.



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