Zuchtaufgabe Paso Peruano

Viele haben gefragt, warum wir aufhören. Die Antwort habe ich gestern per PN schon gegeben, diese hier öffentlich. Manche werden darauf gehofft haben, andere wird es bekümmern: Auch wir haben die Paso Peruano Zucht eingestellt.

Die meisten von Euch wissen, dass wir uns seit Jahren im Kampf gegen DSLD einsetzen. Im vergangenen Winter haben wir schweren Herzens den Schlussstrich gezogen. Nicht die Pferde bringen uns dazu – wir werden immer Paso Peruanos haben und reiten, nicht mal die Krankheit DSLD. Sondern die Menschen, die leugnen, lügen, verharmlosen, verstecken und ja – letztlich betrügen. Denn ohne diese, wären die Paso Peruanos noch heute eine ganz und gar gesunde Rasse.

Wir haben in den letzten Jahren viel Prügel einstecken müssen, weil wir für mehr Transparenz gekämpft haben. Vorne weg von den Vereinen, besonders PPE, die jahrelang bereits mit allen Mitteln den Status quo verteidigt: Keine Transparenz, kein offener Umgang mit erkrankten Tieren, keine Konsequenzen für Züchter, die mit offensichtlich "platten" Tieren züchten und deren Nachzucht an unwissende verkaufen. Im Gegenteil. Fortwährendes Mobbing gegen uns, um uns mundtot und unglaubwürdig zu machen.

Wir haben Drohungen, Beschimpfungen, Verleumdungen und herbe Verluste hinnehmen müssen. Wir hatten über 20 Jahre lang gesunde Paso Peruanos, sind viel mit ihnen geritten, haben einige gezüchtet und viele behalten, weil wir uns doch nicht trennen konnten. In all den Jahren hatten wir selbst bis auf letztes Jahr nicht einen DSLD Fall. Aber wir haben uns bemüht, den betroffenen Haltern Gehör zu geben und von ihnen zu lernen. Wir haben seit Jahren DSLD Fälle gesammelt, unsere Zuchtlinien regelmäßig überprüft und Wissen rund um den Globus zusammengetragen. Ich habe immer gesagt, wenn es Venida oder Barca trifft, höre ich mit der Zucht auf. Beides Stuten, die wir für die der Stärksten unserer Zucht halten. Als wir Venida vor zwei Jahren kaufen wollten, haben wir die Linien geprüft und alle Informationen zusammengetragen, die wir bekommen konnten, wir haben sie auf Probe gekauft, bewusst viel belastet und geschallt und bis heute ist sie unsymptomatisch, Ihr Gebäude herausragend. Eines der Besten, die ich bei einem Paso Peruano je gesehen habe, wenn nicht das Beste hinsichtlich Beine. Da ich keine konkreten Informationen zu ihren Eltern bekommen konnte, fragte ich die „renommierte“ kanadische Richterin Mimi Busk-Downey, ob sie die Eltern kenne. Zum Vater sagte sie mir, dass er stark gewesen sei und aus ihrer Sicht kein DSLD hatte. Die Frage nach der Mutter ließ sie unbeantwortet. Vor wenigen Tagen bin ich auf die Eigentümerin der Mutterstute in Kanada gestoßen, eine Züchterin. Sie teilte mir mit, dass Venidas Mutter wegen DSLD eingeschläfert worden sei. Sie habe in Kanada nie ein Geheimnis daraus gemacht.

Zum Kauf als Zuchtstute wäre es nie gekommen, wären gewisse Personen ehrlich und offen gewesen. So Venida ist gedeckt worden. Bezüglich Gitanos Vater Flamenco GK forschten wir seit vielen Jahren nach seinem Verbleib. Jeden haben wir gefragt: Dagmar Martin, Sandra Eggert, Otte, Micheline Klein alle „alten Hasen“ , die unzählige Paso Peruanos kennen. Keiner will etwas gewusst haben. Nach Karps Verkauf schien Flamenco wie vom Erdboden verschluckt. Die einzige Info, die wir bekamen: Er sei gelegt, in privaten Händen und es gehe ihm gut. Zwei Jahre nach der Anfrage bei Jemandem, der laut Hinweisen wissen könnte wo er steht, erhielten wir einen Anruf mit den Kontaktdaten der Eigentümerin. Diese ist gut vernetzt in der Gangpferdeszene rund um die Bonner Gegend und ist selbst Trainerin für Gangpferde und die Lebensgefährtin einer Tierärztin. Von ihr erfuhren wir, dass sie 2002 Flamenco gekauft hat, dieser ab 2003 die ersten Lahmheiten zeigte, 2004 und 2006 auf den Case Days in Müggenhausen vorgestellt worden und mit DSLD diagnostiziert worden sei. Er sei noch 1-2 Jahre mit Schmerzmitteln am Leben geblieben und man habe ihn dann 2008 eingeschläfert. Tierärztliche Berichte seien nicht verfügbar, obwohl die Case Days Fälle per Video aufgezeichnet werden, nichts verfügbar und ein Gespräch mit dem Tierarzt, der euthanisierte, wurde abgelehnt, auf unseren Anruf in der Klinik Müggenhausen, die keinerlei Daten zum Pferd haben, sehr böse durch die Eigentümerin reagiert. 5 Jahre soll das bereits symptomatische Pferd, das hinterher nicht mehr aufstehen konnte an ihrem Stall gewesen sein. Diverse Bilder entstanden in dieser Zeit durch einen befreundeten Fotografen, der ebenfalls im gleichen 1000 Seelendorf lebt, sich aber auch nicht an das über Jahre fotografierte Pferd - auf allen Bildern top auf den Beinen - erinnern mag. Insofern müssen wir aber leider davon ausgehen, dass auch Gitanos Vater DSLD hatte - zumindest können wir diese Info weder negativ noch positiv belegen. Die Eigentümer, die Nachzucht von uns gekauft haben, wurden informiert, ebenso die Vorbesitzerin zur Information weiterer Eigentümer von Nachzucht, die bereits teilweise Jahre in der Zucht ist. Gitano hat in all den Jahren bei uns nie gelahmt oder hatte angelaufene Beine und wurde routinemäßig im Frühjahr 2016 ohne Befund an allen Beinen geschallt.

Wir haben beschlossen, die Paso Peruano Zucht aufzugeben. Eine gesunde Zucht scheitert an den Menschen, die nicht begreifen, dass Tierliebe, bewusst kranke Tiere zur Zucht einzusetzen aber auch nur Verschweigen und Vertuschen einer erblichen Erkrankung, nicht zusammenpassen. Das bedeutet aus unserer Sicht nicht, dass es gar keine gesunden Paso Peruanos mehr gibt, dass aber leider heute so wenige übrig sind, dass auf Dauer eine verantwortungsbewusste Zucht im Alleingang eines oder weniger Züchter, für einen Züchter nicht stemmbar ist, da man den Schwarzen Peter , wenn man selbst belogen wird, bei sich selbst sammeln muss. Neben der Zucht der Single Footing Horses (Speed Racking Horses) wird die Zucht der Paso Iberoamericanos fortgesetzt und Sol Peruano bleibt in dieser Zucht, solange er fruchtbar ist. Seine Mutter lebt mit 26. Sein Vater wurde 29 und hat bisher 55 über 20-jährige Nachkommen. Sol Peruano wird 23.

Bis auf Barca, Pizarro, Colonel, Tenaz, Sol Peruano und Querida, stehen alle Paso Peruanos von uns zum Verkauf. Über gesundheitliche Vorbelastungen und DSLD wird zu jedem einzelnen Pferd offen aufgeklärt. Die Preise sind entsprechend reduziert.

Zu Beginn 2017 wurden wir aufgrund unserer Aktivitäten gegen DSLD, unseren jahrelangen Forderungen auf Transparenz erkrankter Tiere bei der PPE und im Zentralregister, aus dem Verein ausgeschlossen. Offiziell heißt es "wegen fehlender Kameradschaft". Ja, wenn Kameradschaft heißt, die Augen zu verschließen, wenn jahrelang erkrankte Pferde versteckt und geleugnet werden, wenn es heißt mit offensichtlich vorbelasteten Tieren zu züchten oder diese an Züchter zu verkaufen und die Klappe dazu zu halten, so fehlt uns wohl Kameradschaftsgeist.

Flamenco, Gitanos Vater 2006. Das Bild wurde 3 Jahre nach der angeblich ersten Diagnose von DSLD aufgenommen.

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